Zu ergreifende Maßnahmen
Eine erste Zusammenfassung*
Die Muchacha hat also derzeit bereits ein kleines bisschen die Kacke am Dampfen, wenn man ihre denkwürdige Situation so bezeichnen möchte. Es wäre jedoch nicht das erste Mal in ihrem ereignisreichen Leben, dass sie sich auf eine Situation einstellen muss, die außerhalb der gesellschaftlich etablierten Boxen zu liegen scheint. Insgesamt gesehen trifft es daher keine ganz unbedarfte Person und das zeigt sich bereits am Inhalt ihrer gut gepflegten und mit allerlei nützlichem Kram gefüllten Kisten. Wenn man nämlich eine Sache auf Anhieb daraus erkennen kann, dann ist es die Tatsache, dass die mutmaßliche Verrücktheit unserer lebenserfahrenen Protagonistin bereits vor Jahren einem höheren Plan zu folgen schien. So kann es in Kürze unter anderem Gold wert sein, dass diese vorausschauende Person sich seinerzeit mit offenen Armen ihrem Bruder zuwandte, der ihr von seiner Arbeitsstelle mehrere Kisten ausrangierter Tischdecken nach Hause mitbrachte. Diese stammten aus der kleinen Familienwäscherei, welche damals eine Zeit lang unter der Führung des Bruders stand und in der überwiegend für die Gastronomie gearbeitet wurde. Der Stoff dieser Tischdecken ist entsprechend hochwertig, die weiße Farbe eine wunderbar neutrale und dass es sich hierbei um teils eingerissene Stücke handelt, auf denen zudem gelegentliche Flecken von Tomatensoße zu finden ist, stört im Falle einer Knappheit niemanden. Kein Toilettenpapier mehr im Laden zu bekommen? Egal, wir haben Stofflappen ohne Ende, da kann man der zu erwartenden, allgemein beschissenen Lage durchaus entspannt entgegensehen.
Die emsig auf Vorratshaltung bedachte Lebenskünstlerin mit einem Faible fürs Gestalten eskalierte zudem vor Jahren beim Einkauf von günstig zu erwerbender Ausstattung für die zeichnerischen Tätigkeiten. Daher gibt es in diesem außergewöhnlichen Haushalt mehr als eine Handvoll Buntstifte zu finden und auch das zum Malen benötigte Papier ist derzeit noch in Hülle und Fülle vorhanden. Sollten die Zeiten also mal ganz schlecht werden, könnte man dieses Material sogar zum Tausch anbieten, daher ist auch hier in Wahrheit nichts verloren, sondern in weiser Voraussicht bereits ein kleines Polster zu verzeichnen.
Man muss sagen, dass im Falle einer Unterbrechung der Stromzufuhr viele Dinge nicht mehr funktionieren werden. Also hat die Dame des Hauses nicht nur für einen kleinen Vorrat an Batterien gesorgt, sondern sie hält seit einiger Zeit auch einen Spirituskocher samt Füllmaterial bereit. Es wird ihr ebenfalls nicht mehr möglich sein, sich über das Internet mit der Welt zu verbinden und selbst die Telefone werden dann stillstehen (wobei sie ohnehin so gut wie nie telefoniert – und bei fremden Nummern geht sie sowieso nicht dran, deshalb ist das kein wirklicher Verlust für sie). Daher übt sie nun täglich stundenweise den Verzicht und auch das Licht wird immer häufiger gedämpft oder ganz ausgeschaltet. Das Glück war ihr zudem auf eine Weise hold, die sich in einem von ihr bewohnten, uralten Haus zeigt, weil dieses zwar üblicherweise mit einer Nachtspeicherheizung warm gehalten wird, jedoch zusätzlich wieder über einen Kaminofen verfügt (oh, wie hat sie damals über den Erwerb von diesem „Ding“ geflucht – neue Fenster wären besser gewesen!?) Das ganze Haus war ihr lange wegen seines schleichenden Verfalls ein Dorn im Auge, aber nun erkennt sie den göttlichen Plan dahinter. Niemand wird neidisch wegen einer Ruine werden, jedenfalls zunächst noch nicht. Und bis die Dinge endgültig aus dem Ruder laufen, hofft unsere Heldin bereits das Lager gewechselt zu haben.
Man mus sich Gedanken machen, wo man sich frisches Wasser organisieren kann (öffentliche Toiletten etwa), im Garten werden wieder die alten Regentonnen aktiviert und die Freundschaft mit den von der „besseren Gesellschaft“ ausgegrenzten Schmuddelkindern (Nachbarn mit alternativer Lebensweise – jedoch keine „Grünen“!) wird sich ebenfalls amortisieren, da über diese der Zugang zur Lebensmittelrettung erfolgt. Wenn es keine Lebensmittel mehr zum Retten geben wird, dann muss man allerdings andere Wege der Versorgung finden, jedoch wird bis dahin hoffentlich noch genügend Zeit vergehen.
*Die vollständige Liste wird in Kürze angeheftet
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