Das Allerletzte

1. Da man es nicht oft genug betonen kann, möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf den experimentellen Charakter unserer Seite hinweisen. Wir sind kein kommerzielles Produkt und werden es auch niemals werden. Man braucht uns daher auch gar nicht erst mit Kaufinteresse zu begegnen (wird´s denn bald das Buch dazu geben?) und selbst mietweise sind wir nicht zu haben (eine Mitgliedschaft mit Premiumfunktion etwa). Da wir zudem während der Gestaltung unserer Inhalte durchaus schon mal auf markenrechtlich relevante Inhalte zurückgreifen müssen - z.b. in der Darstellung unseres phänomenalen Raumgleiters - ist unsere hergezeigte Privatheit der einzig mögliche Weg ins Öffentliche. Natürlich müssen wir damit rechnen, dass wir dadurch auch schon mal in den Fokus von Räubern und Halunken geraten. Man kennt schließlich sowohl die Mechanismen des Internets, als auch die Verschlagenheit niederträchtig orientierter Menschen. Wer also meint, sich kostengünstig am geistigen Eigentum anderer bedienen zu müssen, dem wollen wir Folgendes als freundliche Ermahnung in die schmutzigen Spitzbubenohren flüstern: "Eine Kopie unseres Werkes wird immer das bleiben, was sie ist - ein billiger Abklatsch vom kreativen Original." Wer uns jetzt erst kennenlernen darf, der weiß zudem noch nicht, mit wem er es zu tun hat. Aber wir tragen nicht nur das Zeichen M und den Halbmond in unseren Handflächen, wir sind zudem die Verkörperung des Wandels selbst. Es gab vermutlich noch nie jemanden wie uns, der das allseits beliebte "Kaputt und neu" so gut und aus dem Effeff beherrschte wie wir das tun. Sollten wir also davon Kunde erhalten, dass jemand unser Werk oder Teile davon als das seine ausgibt, fälscht oder in Umlauf bringt, dann werden wir selbst es gar nicht nötig haben, uns um eine entsprechende Ahndung dieser Dreistigkeit zu kümmern. Wir werden alles einfach frisch überarbeiten und dieses Problem jener höheren Instanz anvertrauen, welcher wir seit unserer Kindheit tief innerlich angehören. Damit sind wir schon immer ganz hervorragend gut gefahren und wir sehen nicht ein, warum es in diesem Fall anders sein sollte. Man nennt das, was euch beim Diebstahl unserer Arbeit blüht, in Fachkreisen übrigens Karma, aber das brauche ich euch ausgebufften Entwendungs-Spezialisten eigentlich nicht erst langatmig zu verklickern.

 

2. Dass wir aufgrund unserer blühenden Phantasie immer wieder mal einen vom Pferd verzapfen, sollte den geschulten Augen unserer Leser ja bereits aufgefallen sein. Falls das jedoch bisher noch nicht der Fall war, möchten wir euch an dieser Stelle sehr dringend darauf hinweisen, dass ihr uns zwar gerne in euren wissenschaftlichen Arbeiten zitieren könnt. Ihr dürft euch dann allerdings nicht wundern, wenn der Professor euch zur Seite nimmt und euch danach fragt, ob ihr noch ganz knusper seid. Daher sagen wir es hier in aller Deutlichkeit und zum gerne gesehenen Mitschreiben: Nehmt uns und unsere Worte bitte nicht allzu ernst! Unser Ziel ist immer nur der Spaß an der Freude, die Freude am Gestalten und das Gestalten von Spaß (und das sogar im Kreis) - mehr ist es nicht. Da uns der federleichte Umgang mit der Sprache genetisch bedingt im Blut liegt, ist es für uns nämlich ganz natürlich, diese in unserem Sinne zu formen und zu verbiegen (bis die Balken krachen). Und das Erfinden neuer Wörter, ansprechender Gedichte und schöner Lieder ist sozusagen unser tägliches Brot. Nichts ist für uns normaler, als aus dem Stegreif heraus eine von uns in diesem Moment ausgedachte Dissertation zu bemühen und aus dieser zu zitieren. Es wäre daher fatal, sich im wahren Leben auf uns zu berufen, weil man sich damit fürchterlich blamieren kann. Wer sich diese Erkenntnis zu Herzen nimmt, der kann und darf sich mit dem größten Vergnügen an unserer Arbeit erfreuen. Aber nagelt uns niemals darauf fest - wir werden uns nämlich in Sekundenschnelle wieder losgerostet haben.

 

3. Um zum guten Schluss noch einen letzten Verdacht aus dem Weg zu räumen, versichern wir euch an dieser Stelle mit Brief und Siegel, dass wir als frühere Kinder der Arbeiterklasse das Wort Universität nur aus Erzählungen kennen. Wir hatten auch in künstlerischer Hinsicht keinerlei Hilfen, auf die wir bauen konnten. Ebenso wenig wurde uns jemals etwas geschenkt und vor allem finanziell gesehen kennen wir die dunkle Seite der Macht besser als unsere Westentasche. Es war uns nämlich nicht erlaubt, von den allseits dringend begehrten und beliebten Talern mehr als unbedingt nötig zu besitzen. Möglicherweise sind wir deshalb so kreativ geworden, denn Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Sollte es auf unserem schönen Heimatplaneten jedoch dermaleinst krachen und alle Sicherheiten unwiderruflich zerbrechen, dann werden wir die Nase definitiv vorne haben. Denn mit dem Verlust können wir umgehen wie niemand sonst auf der Welt. Und mit unseren Händen etwas schaffen und aufzubauen haben wir ebenfalls in unserer DNA fest verankert. Wir empfehlen zudem wirklich dringend jedem, der sich selber nicht egal ist, eine gewisse Vorsorge zu treffen und zwar ziemlich zügig. Die Sintflut war nämlich nichts gegen das, was derzeit bereits in vollem Gange ist.

Leute, kauft Reis!

Letzter Nachtrag nach dem Allerletzten: Für uns ist nicht nur das Wort Universität ein Fremdwort. Auch die Künstliche Intelligenz, welche mittlerweile alles wie eine afrikanische Beulenpest durchdringt, kommt uns schon lange weit weniger schlau vor, als diese den Anschein zu erwecken vermag. Wir sind im Gegenteil sogar zutiefst davon überzeugt, dass der ständige Gebrauch von KI nicht nur überaus peinlich ist, sondern auch reichlich dumm macht. So geht es schließlich mit allem, was ursprünglich klar war: Wenn aus dem Diener der Herr wird, dann gehen plötzlich ganze Systeme zugrunde (da braucht man doch bloß mal an jene Küchenhilfe zu denken, die ohne jedes Studium plötzlich an maßgeblicher Stelle in unserer Regierung saß). Das kann man mögen, man muss es aber nicht. Wir mögen es nicht und deshalb verzichten wir darauf - besonders dann, wenn es um unsere Kunst geht (Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. beim Skalieren). Außerdem warten wir auch deshalb noch etwas mit der verstärkten Inanspruchnahme künstlicher Hilfen, weil wir einfach keinen Spaß daran haben, die Kinderkrankheiten eines unausgereiften Werkzeugs auszubaden. Auf diese Weise können wir zwar nichts dazu beitragen, dass es verbessert werden kann. Allerdings können wir unsere Zeit so wesentlich sinnvoller zum weiteren Erwerb und Ausbau bereits vorhandener, analoger Fertigkeiten nutzen. Denn auch das wird hoffentlich immer wichtig bleiben, oder zumindest weiterhin gerne gesehen sein. Handarbeit ist nämlich richtig cool und wer kochen kann, der ist ganz klar im Vorteil.