Commander K.W. Schneider
Wer ein mit Auszeichnungen überhäuftes Raumschiff der Extraklasse führen möchte, der wird nicht ohne einen mehr als gut geeigneten Stellvertreter auskommen können. Schließlich kann auch der allerbeste Kapitän mal ausfallend werden und ohne entsprechende Führung würde es an Bord schnell kritisch werden. Nun ist es natürlich so, dass die wirklich extrem strenge Hierarchie eines jeden Raumschiffes der Sternenföderation nur durch entsprechend aufmerksam geschultes Personal stabil bleiben kann. Damit die hohe Qualität der Probanden für diesen doch sehr anspruchsvollen Job gewährleistet ist, gibt es daher eine ganze Reihe ausgeklügelter Testverfahren und Eignungsprüfungen, die zum Teil ziemlich zügig durchlaufen werden müssen. Ein vor Energie nur so sprühendes Wesen, das keine Schwierigkeiten scheut und zudem mit einem enormen Fachwissen aufwarten kann, ist dabei per se stets gerne gesehen. Wer jetzt jedoch meint, dass gewisse Grundeigenschaften ja eigentlich die Regel sein sollten, der war vermutlich noch nie Mitglied im Verwaltungsrat der Sternenakademie. Was man dort erleben muss, das würde ganze Bücher füllen und es gäbe vermutlich sogar eine eigene Enzyklopädie des Seltsamen (welche bei der Menge an merkwürdigen Gestalten, die von Natur aus und aufgrund ihrer Herkunft schon reichlich skurril erscheinen, bereits sehr beachtlich sein dürfte). Erst neulich musste man dort jemanden achtkantig und per gezieltem Fußtritt aus dem Aufenthaltsraum für vorübergehende Dauergäste an die frische Luft hinauskomplimentieren, weil er sich im Fellkostüm als sogenannter "Furry"* aus dem Pupplay-Spektrum (Human Puppies) hinterrücks eingeschlichen hatte und damit unter den Hundeköpfigen des Planeten Canoidea Plus eine regelrechte Massenpanik auslöste.
*Furry (engl. mit Fell bedeckt, flauschig, plüschig) bzw. Furry-Fandom ist der Sammelbegriff für eine internationale Subkultur, die an anthropomorphen Tieren interessiert ist. Die Mitglieder der Subkultur bezeichnen sich als Furry-Fans, Furries oder Furs. Sie halten überwiegend über das Internet Kontakt.
Unser tiefehrwürdiger Offizier Commander K.W. Schneider zeigt selbstverständlich weder absurde Neigungen, noch kann man ihm mangelnde Bildung vorwerfen. Dass jene unglaublich talentierte Persönlichkeit jedoch aus einem weniger reflektierten und für ihn schmerzhaften Elternhaus entstammt, soll aus Gründen der absoluten Transparenz nicht verschwiegen werden. Wir müssen dies deshalb erwähnen, weil unser tapferer Schneider durch seine Familie zu einem solch unklugen Vornamen kam, dass dieser bereits während seiner frühen Tage zu einem nur schwer zu ertragenden Schmähgesang mutierte. Denn schon in der von ihm seinerzeit nur ungern besuchten (weil zutiefst verhassten) Kindergruppe skandierte man leider nahezu täglich lauthals und in höhnischem Ton: "Klaus-Walter, du Falter; du Maus - jetzt ist es aus!" und man kann sagen, was man will - aber das ist doch wirklich mehr als gemein! Manch einer versucht vorgeblich spaßeshalber auch heute noch, ihn damit aus der Reserve zu locken, was natürlich von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Man sollte allerdings nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, denn mit seinen inzwischen 1,91 m wäre der Commander eine reichlich großgeratene Maus und als solche fast schon wieder eine eigene Unterart. Dabei hat seine biologische Herkunft mit diesen possierlichen Nagetieren nicht wirklich etwas zu tun, da der Ursprung unseres ersten Offiziers in den Plejaden liegt. Er ist somit also ein Nachfahre der Plejadier des süd-süd-östlichen Sektors und das ist ein großes Glück für unsere phantastische Sternencrew. Die Plejadier werden in den Kontaktberichten fast immer als mütterliche, weise, lebensfrohe und spirituelle Geschöpfe dargestellt und in der modernen Mythologie bewirkt ihre pure Existenz bereits lebensverändernde Transformationen und Bewusstseinserweiterung. Es gibt jedoch einen klitzekleinen Schönheitsfehler im uralten Stammbaum unseres Commanders, welchen man ja eigentlich bereits aufgrund seines Names vermuten sollte. Und man täuscht sich nicht, denn er hat tatsächlich einen männlichen Vorfahren mütterlicherseits, der vom inzwischen reichlich verwüsteten Planeten Erde kam und der aus Germanien stammte. Unser kampferprobter Offizier ist mit seinen erdverbundenen Wurzeln allerdings nicht alleine an Bord und darüber werden wir im Laufe der Zeit natürlich noch viel mehr zu berichten haben. Die bemerkenswerte, handverlesene und hochspezialisierte Crew unseres flotten Raumflitzers traf nämlich tatsächlich größtenteils erstmalig dort zusammen, wo man im Beta-Quadranten üblicherweise Kontakt zum näheren Weltall aufnimmt. Man bezeichnet dieses von auf Sicherheit spezialisierten Experten strengbewachte Gebiet auf dem Planeten Erde aus strategischen Gründen übrigens völlig harmlos und schlicht als "Area 52" und es ist den Erdbewohnern bis dato noch immer gänzlich unbekannt (anderslautende Berichte kann man daher getrost als Fake-news abtun).
Die technisch-biopolaren Daten nicht nur unseres Commanders Schneider werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nachreichen müssen (wie wir auch das andere Material unser gesamtes Wiki betreffend zunächst noch in unseren Bordcomputer einpflegen werden), da unsere Autorin mit dem Erfinden der selbigen irgendwie nicht nachkommt. Man weiß wirklich nicht, was diese Frau so alles treibt - unsere endlose Geschichte voranbringen tut sie derzeit scheinbar nicht. Stattdessen darf Commander Schneider nun in der Basisstation unseres Sternenquartiers seine Zeit mit dem (in unseren Augen völlig sinnlosen) Erlernen einer Sprache verplempern, die sich irgendwie "Tacheles" nennt und die künftig den Simultanübersetzer entlasten soll. Wir sind darüber vor allem deshalb nicht ganz so glücklich, weil es sich hierbei um ein zwar extrem progressives, aber leider noch stark anfälliges Verfahren handelt, welches erst jüngst von der HORST* entwickelt wurde (*Hochschule Ohne Resonanten Stoff). Wir kennen diesen etwas fragwürdigen Laden leider schon länger, daher ist unsere Skepsis entsprechend groß.