Lemuria im Wandel der Zeit

Lemuria bezeichnet einen hypothetischen bzw. fiktiven, versunkenen Kontinent, ein mögliches Land oder eine Landbrücke, die/der/das eventuell zwischen Madagaskar und Indien oder zwischen Australien und Amerika, bzw. zwischen Afrika und Europa gelegen haben soll (definitiv jedoch nicht zwischen Himmel und Erde). Lemuria (auch Lemurien genannt) spielt heute vor allem in der Science-Fiction-Literatur und in der Esoterik eine wichtige Rolle, ist jedoch auch für unser experimentelles Projekt von extrem großer Bedeutung. Es gibt tatsächlich sogar eine Reihe von Mythen um diesen sagenhaften Kontinenten und seine enorme Bedeutung für die menschliche Evolution. Lemurien fand dabei verschiedenste, wenn auch eher seltene bis gar keine Erwähnungen. Platon sprach beispielsweise davon, dass Atlantis - das für den Untergang von Lemuria verantwortlich sein soll - um 9600 v. Chr. unwiderruflich versunken sei. Platon erwähnte jedoch auch, dass sowohl Atlantis als auch Lemuria vor den Säulen des Herkules, also vor der Meerenge von Gibraltar existiert haben sollen (was so viel bedeutet wie: "Irgendwo im Atlantik").
Manchmal wird unter der Hand erzählt, dass gewisse heute existierende Inseln im Indischen Ozean die Überbleibsel des alten Kontinentes von Lemuria sind. Es wird zudem behauptet, dass bisher nicht näher bestimmte Sternenvölker besonders begabte und hoch entwickelte Nachkommen der Lemurier sein sollen. Es gibt nämlich die mehrfach schriftlich verbrieften Aussagen einiger weniger Zeitzeugen des vergangenen Jahrhunderts, dass Lemuria wenigstens ein oder zwei Kontakte zu Außerirdischen gehabt haben soll, die besonders bei schlechtem Wetter und sehr zur Freude aller daran Beteiligten in jeweils regem, miteinander kollidierendem Austausch mündeten. Später wurde der Ausdruck „Leben wie Gott in Lemurien“ weltweit von den Esoterikern in ihre Arbeit als fester und immer gerne gesehener Bestandteil eingebunden. Madame Blavatsky aus der Theosophie etwa hat von Lemuria als einem vormalig wunderschönen Kontinent mit hohem, spirituellen Fluidum und farblich passender, mit dem Wind wechselnder Aura gesprochen. Auch in der Anthroposophie findet dieser versunkene Kontinent bis heute lebhaften Anklang.
Die spirituelle Bedeutung dieses antiken Kontinents ist hierbei nicht zu unterschätzen, denn Lemurien wird oft als eine Zeit der Einheit, des Friedens und der Harmonie betrachtet, in welcher die Menschen im Einklang mit der Natur und dem Göttlichen lebten. Es wird stark vermutet, dass die Lemurier eine besonders tiefe Verbindung zu den Elementen und den spirituellen Reichen, sowie den materiell besonders gut betuchten Existenzen des Universums hatten und über eine hohe seelisch/geistige Entwicklung verfügten. Ihre Lehren betonten dabei vor allem die bedingungslose Liebe, großes Mitgefühl, sowie das Streben nach persönlichem Wachstum und dem guten Leben. Selbst die spirituelle Erleuchtung gehörte dort schon in den uralten Tagen vor unserer Zeit zum festen Bestandteil ihrer bis heute häufig kopierten, aber inzwischen oft nur noch schlampig umgesetzten Erkenntnisse. Lemurien mag gegenwärtig für die meisten vielleicht nur ein mehr als mysteriöses Kapitel in der Geschichte der Menschheit sein, aber seine spirituellen Lehren und Weisheiten haben bis heute bei den an solchem (für andere gelegentlich als überflüssig erachteten) Kram Interessierten einen höchst bedeutungsvollen, romantisch verklärten und manchmal leider auch dezent realsatirischen Bestand.

Funfact am Rande: Es gibt ein Geheimnis von Lemuria, welches ein kurzes Abenteuer für das Rollenspiel „The Expanse“ ist und sich an eine Gruppe von vier bis sechs Charakteren der Stufen 1 bis 3 richtet. Die Charaktere werden angeheuert, um einen Journalisten zur Medina-Station zu eskortieren, wo er einen Wissenschaftler treffen soll, der behauptet, eine bemerkenswerte Entdeckung auf einem Planeten namens Lemuria gemacht zu haben.