Energievampire 1. Teil

Bücherwahnsinn


Dieses Essay möchte ein wenig hinter die Fassade des falschen Wohlstands blicken, welcher letztlich nur ein Ausdruck mangelnder Einsicht ist. Eine besonders wohlwollende Unterstützung erhalten wir diesmal von der "Regionalstrom Houseman Ltd", welche nicht nur unserem heutigen Artikel als Alleinsponsor unter die Arme greift. Die CIOs*(3) von der Houseman Ltd haben nämlich seinerzeit kräftig daran mitgewirkt, ein bis dato völlig neues Konzept zu etablieren, welches sich mittlerweile als "Offener Bücherschrank" überall in den Landen der größten Beliebtheit erfreut. Nie war es leichter, sich im Nullkommanichts eine riesige Bibliothek zusammenzutragen. Wer nun jedoch glaubt, die unbotmäßige Entnahme des Angebotes käme irgendwie einem Diebstahl an der Allgemeinheit gleich, der hat vermutlich noch nie persönlich einen dieser Schränke besucht. Von "Platzt-aus-allen-Nähten" bis "Da-sitzt-ein-Penner-mit-Bierdose-und-qualmender-Kippe-drin" hat man dort tatsächlich schon alles erlebt, daher fühlte man sich für eine gewisse Zeit mehr als Retter der Bücher, denn als Dieb. Der Räuber - und das ist der springende Punkt in diesem Spiel - das ist in Wahrheit nämlich der Schrank und wir meinen diese Aussage vollkommen ernst. Der offene Bücherschrank kommt dabei zur allgemeinen Überraschung genauso daher, wie wir es bereits an anderer Stelle angemerkt haben und zwar als sein eigenes, absolutes Gegenteil. Wie groß die Gefahr eines gewaltigen Überhangs mit gleichzeitig einhergehendem Zeit- und Kraftverlust ist, erkennt man allerdings erst, wenn der Schadensfall bereits eintrat. Schleichend haben sich im Laufe der Zeit gewisse Handlungen etabliert, die leider viele Stunden kosteten und rein gar nichts einbrachten. Jahrelang wurden die Bücher entstaubt, sortiert, verpackt eingelagert und in beständig wachsenden Stapeln durch das ganze Haus verteilt. Zeitgleich konnte man dabei zu seiner eigenen, großen Verblüffung bemerken, wie die Lust aufs Lesen sich in einem stetigen Sinkflug befand und schlussendlich sogar restlos versiegte. Und nicht nur das! Denn wenn man ehrlich ist, dann sollte man auch von den ständig wiederkehrenden Albträumen erzählen, in welchen man sich elendig unter einer Bücherlawine begraben sah und die jeweils in einer fetten Panikattacke mit all ihren schmerzhaften Symptomen gipfelten.
Alleine das nimmt einem schon so unendlich viel Freude, dass man eigentlich geneigt sein könnte, einfach aufzugeben. Wenn man stattdessen jedoch beschließt, dem Wahnsinn endlich die Stirn zu bieten und sich aus den Fängen des Sammelns zu befreien, dann ist es mit ein, zwei Entrümpelungen allerdings nicht getan. Wir können ein Lied davon singen, da wir nun schon seit über zwei Jahren mit der großflächigen Entsorgung des für uns längst unbrauchbaren Materials beschäftigt sind und dabei zudem noch ein ziemlich unverschämtes Glück haben. Uns wurde nämlich damals ebenfalls ein Schrank beschert, welcher sich kaum fünf Minuten Fußweg von unserer Basis entfernt befindet. Dieser scheint recht gut frequentiert zu sein, da wir jeweils Kistenweise unser Zeug dorthin schuften und es immer entnommen wird wie das sprichwörtliche geschnittene Brot. Warme Semmeln sind unsere Bücher für das unwissende Fußvolk und wir gönnen es jedem einzelnen von Herzen. Was jedoch die Literatur der letzten Jahre betrifft, so sind wir selbst inzwischen sehr vorsichtig damit. Es wurde und wird nämlich leider zu massiv und mittlerweile auch immer offensichtlicher manipuliert, da das Volk komplett umerzogen werden soll. Man verliert also unter Umständen nicht nur viel kostbare Zeit beim Lesen*(1), sondern auch ein Stück weit seine geistige Freiheit*(2). Daher arbeiten wir weiterhin wie die Verrückten an der Auflösung unserer eigenen Megasammlung, denn wir können es tatsächlich kaum erwarten, den ganzen Kram endlich wieder loszukriegen und wir dürfen sehr zuversichtlich sagen: "Läuft!"

*(2) Es gab mal Zeiten, da war das genau andersherum. Das war, als Lesen noch Freiheit bedeutete. Denn Wissen ist Macht. Heutzutage heißt es ja eher "Ich weiß nichts - macht nichts", aber auch das ist für viele nur noch eine Randnotiz (ist euch das Gendern wirklich wichtiger?). Wo bleibt eigentlich der Aufschrei? Warum wehrt sich das Volk nicht? Wollt ihr alle unterdrückt und islamisiert werden? Ich frage für einen Freund...

So muss eine private Sammlung aussehen - klein, aber fein und sonst gar nichts!

*(1) Nietzsche, Heraklit oder Goethe beispielsweise können wir jedoch immer noch uneingeschränkt empfehlen, oder die genialen Aphorismen von Karl Kraus etwa. Auch die großen Klassiker jeder beliebigen Epoche sind von unserer Warnung selbstverständlich ausgeschlossen, sowie die meist unpolitische Fach- oder Sachliteratur. Und unseren geliebten Douglas Adams oder den ebenfalls genialen André Nagerski (der mit seiner wundervollen Bop-Saga einen weiteren, formidablen Weltraum-Spaß erschuf), legen wir nach wie vor gerne jedem Interessierten ans Herz. Bei der Belletristik als solcher wird es jedoch schon schwieriger, daher unsere angemahnte Vorsicht. Und von einer neuen Häschenschule o.ä. würden wir bereits vor ihrer Veröffentlichung schon abraten. Es ist jedoch, wie mit allem im Leben - ein Verstand ohne Instinkt ist immer nur die halbe Miete. Man sollte daher gut in sich selber hineinhören, was ja eigentlich sowieso klar ist. Es ist nur leider so, dass man heutzutage extremst auf die mögliche Einflussnahme unserer völlig verdorbenen und von allen guten Geistern verlassenen Politik achten muss, die teils ziemlich subtil agiert und die leider Gottes unser derzeit schlimmster Feind und Energieräuber ist (Neuesten Erkenntnissen zufolge sollen 95% des durch einen schmierigen Trick ergaunerten Sondervermögens bereits in äußerst dubiosen Kanälen versickert sein). Um es aber noch einmal in aller Deutlichkeit hervorzuheben: Wir behaupten nicht, dass fortan alle neugeschaffene Literatur per se verdorbener, links-grün versiffter Gendermüll ist. Allerdings ist es inzwischen teilweise sehr schwierig geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dieser Umstand bekümmert uns tief und das trotz des Wissens, dass ein schönes Buchcover ohnehin zu keiner Zeit ein Beweis für erquicklichen Inhalt war. Aber das ist ja bei den Menschen auch nicht anders und stille Wasser sind weiterhin tief. In diesem Sinne!

*(3) Der Chief Information Officer (CIO) ist die Führungskraft auf C-Level-Ebene, die für die IT-Strategie, die digitale Transformation und den IT-Betrieb eines Unternehmens verantwortlich ist. Er/sie verbindet Technologie mit Geschäftszielen, treibt Innovationen voran, sichert die IT-Infrastruktur und berichtet meist direkt an den CEO.