3. Logbucheintrag von Captain Sheedy auf der Explorer One

Veröffentlicht am 5. März 2026 um 12:40

Nachdem wir die Schwierigkeiten der letzten Tage erfolgreich überwinden konnten, befinden wir uns nun auf dem Weg zu den Plejaden. Dies ist vor allem deshalb nötig, da wir dort einige der wichtigsten Vorräte auffüllen wollen, bevor wir uns auf den Weg in die große Schlacht begeben.  Da der plejadische Frühling zum Schönsten gehört, was man je zu sehen bekommen wird und man dort zudem bereits den ersten jungen Wein des vergangenen Jahres anbietet, ist die Freude an Bord natürlich groß. Allerdings ist unsere Reise längst schon nicht mehr ganz ungefährlich und das hat mit den Rudimentären Rebellen des östlichen Sektors zu tun. Diese haben schon vor längerem einen Konflikt entfacht, der sich nun zu einem vollumfänglichen Krieg entwickelt hat. Unsere Schutzschilde sind daher permanent aktiv und die einzigen, die den wild sprühenden Funken der umherschwirrenden Geschosse etwas abgewinnen können, sind die jüngsten Mitglieder unseres Raumschiffes. Für diese unschuldigen Wesen sieht das aus der Ferne betrachtet nämlich so aus, als würde es Sterne regnen und wir bringen es kaum übers Herz, ihnen die grausame Wahrheit zu erzählen. Wir sahen uns zudem genötigt, den bisher aktiven Live-Stream des Tretmiststalles einer größeren Milchproduktion aus dem Angebot zu nehmen. Es kam nämlich aufgrund einer Totgeburt zu verstörenden Bildern und weinende Kinder sind das Letzte, was wir derzeit gebrauchen können. Da es außerdem zu einem verstärkten Ableben der schönen Schwäne am Regionalsee kam, verzichten wir dieser Tage weitestgehend auf Tierdokumentationen jedweder Art - auch wenn es uns schwerfällt. Unsere Kinder sollen nämlich eigentlich so früh wie möglich lernen, dass der Tod zum Leben dazugehört. Da es jedoch die verschiedensten Arten des Ablebens gibt und davon etliche in keinerlei natürlichem Zusammenhang stehen, werden wir zunächst unser Schulmaterial grundlegend überarbeiten müssen. Wir wollen schließlich starke Menschen großziehen und keine Angsthasen, aber das geht natürlich nur mit dem entsprechenden Wissen. Und je besser dieses vermittelt wird, um so größer ist der Erfolg. Gefahrenabwehr lautet das Stichwort dieser Tage und jeder altgediente Veteran weiß genau, was das bedeutet.