Das Motiv kann vieles sein

Datum: 11.06.2026 / Start: 06:44 / Ende: 14:24
Ziel der Challenge: Ein Herz zum Lächeln bringen
Grund der Ausführung: Sehnsucht nach dem Austausch
Grad der Schwierigkeit: Aufgrund von Mehrdeutigkeiten hoch
Teilnehmeranzahl unbekannt
Für Spieler von 1 - 100

Motiv, das
Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Motivs · Nominativ Plural: Motive

Bedeutungsübersicht

1. Synonym zu Beweggrund
2. (abstrakter) Gegenstand, Stoff einer (künstlerischen, schöpferischen) Gestaltung, Bearbeitung, Darstellung
[bildende Kunst, Fotografie] konkreter Gegenstand der Darstellung, charakterisierender Bestandteil eines Werkes
3. [Musik] kleinste melodische Einheit mit eigener Ausdrucksbedeutung als Teil einer Komposition


Seid gegrüßt, liebe Freunde des gepflegten Wahnsinns! Möglicherweise haben die Aufmerksamen unter euch bereits bemerkt, dass wir es heute mit einer kleinen Abweichung in Form und Farbe zu tun haben. An dieser Stelle müssen wir euch daher erst mal ein ganz liebes Kompliment machen und dieses kommt tatsächlich von Herzen: Leute, die unsere Seite lesen und mögen sind überdurchschnittlich intelligente und äußerst attraktive Menschen und das ist die reine Wahrheit! Allerdings kommen wir nicht umhin, dem Ganzen quasi direkt wieder einen Dämpfer zu verpassen. Dieser betrifft jedoch lediglich eine verschwindend geringe Anzahl von Personen im einstelligen Promillebereich nach dem Komma und ist daher fast schon zu vernachlässigen. Aber als sorgende Führungskraft liegt uns selbstverständlich das Wohl aller unserer Mitarbeiter, Kollegen und sonstig Verbundenen am Herzen, daher möchten wir unser Haus von jeglichem üblen Verdacht befreien.
Wir wissen, dass wir diesen Schritt im Grunde nicht mehr gehen müssten. Als erwachte Empathen haben wir zudem gelernt, dass erklärende Worte oft wie eine Rechtfertigung wirken und das haben wir natürlich nicht wirklich nötig. Wenn man sich jedoch auf einem Weg der Heilung befindet, könnte dies nicht nur einen selber betreffen. Das Ganze wird umso wichtiger, wenn mögliche Missverständnisse Zerrbilder erzeugen, die ein schlechtes Licht auf alle Beteiligten werfen. Man sollte zudem seine blinden Flecken berücksichtigen, da vieles oft anders ist, als man es sich selber denkt. Wir kennen beispielsweise eine, die von sich selber lange glaubte, vollkommen unsichtbar für die Welt zu sein. Leider war jenem bedauernswerten Menschen überhaupt nicht klar, dass diese Art der Sicht auf sich selbst lediglich einem Fehler in der eigenen Wahrnehmung zugrunde liegen könnte. Denn wenn man seinen Blick am liebsten ständig nach innen wendet, dann sieht man die anderen die meiste Zeit ja gar nicht. Wie will man da beurteilen, ob diese ihre Augen nicht doch auf einen gerichtet haben? Ein weiterer Fehler ist es, in der Beurteilung einer Situation stets von sich auf andere zu schließen. So hat unsere Autorin lange an das Gute im Menschen geglaubt, ohne das dahinterliegende Gefängnis einer solchen Annahme zu erkennen. Wir schreiben das bewusst etwas überspitzt, da letztlich jeder falsche Glaubenssatz zu Ketten wird, die den Geist fesseln und einen am Wachstum hindern. Dass es nämlich in Wahrheit eine schier übermächtige Anzahl von Idioten auf unserem Planeten gibt, musste sie leider auch erst bitter begreifen lernen und zwar am eigenen Leib. Aber wenn man erkennt, dass man weder alle retten kann, noch dass man dies überhaupt tun sollte, dann wird man frei für Höheres. Mit Dummköpfen diskutiert man nicht, Punkt. Und wenn man an jemanden gerät, der einem im Streitfall dieses berühmt-berüchtigte "Hast du nicht verstanden, dass ich das alles nur für dich gemacht habe?" um die Ohren haut, dann sollte man sein Heil in der Flucht suchen. Denn wer auf diese Weise emotionalen Druck erzeugen möchte, der wird vermutlich mit starken, narzisstischen Tendenzen behaftet sein und das sind nicht unbedingt die angenehmsten Zeitgenossen.
Wir müssen an dieser Stelle leider erneut unsere Autorin als praktisches Beispiel bemühen, denn diese hatte tatsächlich auch jemand Speziellen als auslösenden Beweggrund für die harte Arbeit der letzten acht Jahre. Allerdings war es bei ihr kein kurzgefasstes "Für dich" sondern das erheblich weitsichtigere "Wegen Dir" und das ist tatsächlich ein himmelweiter Unterschied. Denn der Mensch, der zu ihrer Muse wurde und zur Triebfeder des gesamten Wachstums dieser langen Zeit, der ist ihr selbstverständlich nicht zu Dank verpflichtet. Es ist vielmehr genau andersherum: Sie dankt Ihm und freut sich über seine wunderschöne Existenz. Hätte sie es für ihn getan, dann wäre sie nämlich lediglich eine hohle Nuss, welche auf diese Weise um Anerkennung betteln müsste. Die Würde einer Königin erfordert jedoch, dass sie alle harte Arbeit in erster Linie für sich selber tut. Nur eine starke Königin kann schließlich eine gute Königin sein und Stärke setzt die Arbeit an sich selber voraus. Wenn man sich dafür allerdings jemanden, den man von Herzen liebt, als Orientierung nimmt, dann sollte sich das im besten Fall auch positiv auf diese geliebte Person auswirken: "Du bist der Grund für meine wundervolle, erstaunliche und bärenstarke Entwicklung, weil ich dir entgegenwachsen wollte" - sollte einen das nicht fröhlich stimmen?
Es wurde also heute eine weitere Türe des Herzens geöffnet, weil wir dachten, dass dies für jemanden wichtig sein könnte. Die liebenswertesten Menschen sind nämlich leider immer diejenigen, welche das Betrogen-werden (besonders auf der gefühlsmäßigen Ebene) aus eigenem Erleben genauso gut kennen wie wir und das schmerzt uns tief.