Was Frauen freut und Männer mögen

Liebe Freunde, macht euch keine falschen Hoffnungen: Was das heikle Thema der Harmonie zwischen den Geschlechtern betrifft, sind wir leider ebenso ratlos wie alle anderen Menschen auch. Dabei sollte man eigentlich meinen, dass Frauen und Männer schon aus anatomischen Gründen perfekt zusammenpassen müssten. Es scheinen dem Einklang jedoch immer irgendwelche albernen Konventionen, Neider oder beispielsweise eine egoistisch-dumme Anspruchshaltung in die Quere zu kommen, was in unseren Augen viel über die geistige Gesundheit der Gesellschaft als solche aussagt. Derzeit sollte man allerdings eher von einer Krankheit sprechen, denn dass bei uns die Hütte brennt, erkennt inzwischen sogar ein Blinder mit Krückstock. Wir wollen uns jedoch nicht mit den zerstörerischen Kräften der vorherrschenden Politik beschäftigen, denn wir finden die aktuelle Bombenstimmung viel zu beängstigend. Unsere Autorin hat sich allerdings vor Kurzem mit der Frage beschäftigt, was sie glücklich machen würde und wie ein freundlich in ihr Leben tretender Mann eventuell zu ihrem Wohlbefinden beitragen könnte (und sie natürlich auch zu seinem). Wir referieren daher heute lieber über dieses weniger brisante Thema, anstatt uns durch (gerechtfertigte) Regierungskritik den bösartigen Augen des Staatsschutzes auszusetzen oder sogar eine Inhaftierung zu riskieren.


Als verantwortungsbewusster Mensch sollte man natürlich vor allem über eine Aura der Stabilität verfügen und das meinen wir nicht nur in materieller Hinsicht. Unsere Autorin z.B., die in ihrem Leben bisher keine finanzielle Sicherheit erfahren durfte, lernte schon früh ihre wundervolle Phantasie und Vorstellungskraft in den oft mehr als grauen Alltag zu integrieren, was bisher äußerst zuverlässig zu einer Vielzahl von Erleichterungen in allen Größenordnungen führte. Ein kreativ verständiger Mensch an ihrer Seite wäre daher also nicht nur wünschenswert, sondern es käme auch einer gelungenen Kommunikation zugute [wenn er ebenfalls auf gewisse Weise phantasievoll wäre]. Da materieller Mangel und harte Arbeit zudem bereits während der Kindheit zu den tonangebenden Komponenten zählten, standen für lebendiges Spiel und unbeschwerten Spaß natürlich kaum die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung. Wir erwarten daher ein unbedingtes Verständnis für den dringenden Wunsch nach ausgelassener Heiterkeit, zumal sich unsere Autorin allen Umständen zum Trotz ihr schelmisches Wesen bewahren konnte. Wir sollten an dieser Stelle jedoch anmerken, dass natürlich auch bei der schönsten Kreativität ein defekter Rasenmäher durchaus ein Problem darstellt, welches sich nicht mit einem kurzen Fingerschnipsen lösen lässt. Und ein ständig überlaufender Wasserkasten an der Toilette oder eine kaputte Waschmaschine gehören ebenfalls nicht zu den Dingen, die man sich auf irgendeine Weise schönreden kann.
Da sie zeitlebens niemandem zur Last fallen wollte, hat sie schon früh gelernt, für sich selber einzustehen. Da sie jedoch die meiste Zeit ihres Lebens nur geputzt, gemangelt und sonstige schwere Arbeit verrichtet hat, sind ihre körperlichen Kräfte als verbraucht zu bezeichnen. Es besteht allerdings kaum Anspruch auf eine Rente. Und das sonstige Vermögen ist derzeit nicht nur durch einen schweren Erbstreit belastet, sondern größtenteils leider auch Immobiliengebunden. Wir denken daher, dass es jemanden benötigen wird, der unserer Autorin andere Wege des soliden Gelderwerbs näherbringen müsste - auch wenn es uns selber unendlich schwerfällt, dahingehend an irgendeine Möglichkeit zu glauben. Wir wissen aber ganz genau, dass alles von der Autorin gesucht wird, nur kein gönnerhafter Vollversorger. Denn so jemand wäre der Letzte, den sie für sich beanspruchen könnte, da dies mit ihrer Würde nun mal nicht vereinbar wäre. Ein liebevoller Mensch jedoch, dessen wirtschaftliche Situation sich als stabil genug für zwei Personen herausstellen sollte und der an einer echten Partnerschaft interessiert wäre, der könnte allerdings sehr gerne ein Tauschgeschäft anbieten: Mein Herz für dein Herz z.B. oder Freundschaft für Freundschaft vielleicht. Dafür gäbe es dann die stabile Treue eines in sich gefestigten Menschen, an dessen Seite es keinen Verrat geben würde. Aber das sind natürlich reichlich fromme Wünsche, die unsere Autorin in ihrer grenzenlosen Naivität lange Zeit als große Hoffnung mit sich trug. Das muss an den Geschichten über die Männer liegen, denen es eine Ehre wäre, für ihre Frau zu sorgen. So wie es ja auch Frauen geben soll, die mit Freude einen Haushalt führen würden, in dem nichts als die Liebe wohnt. Wir wissen allerdings genau, dass dies nicht zu unserer kaltherzigen Leistungsgesellschaft passt; sowie auch das kurzsichtige Denken über die sogenannte Gleichberechtigung die Auflösung familiärer Strukturen vehement unterstützt. Aber die Dinge sind, wie sie sind und es geht nicht nur aktuell um die Herstellung einer fundamentalen Sicherheit. Es mögen natürlich nicht alle Männer eine wie auch immer geartete Verantwortung tragen, aber nach so einem suchen wir ja auch gar nicht. (Im Übrigen würde die Autorin es auf sich selber nehmen, wäre sie der finanziell stärkere Teil. Es wäre für sie nämlich tatsächlich ein Bedürfnis des Herzens.)


Man könnte meine, das Kapital wäre alles, was zählt. Dabei sollte es doch eigentlich nur der Rahmen sein, in dem das Leben und die Liebe blühen dürfen. Und zur Pflege dieser Kostbarkeiten gehört selbstverständlich sehr viel mehr, als nur der schnöde Mammon. Wir könnten zwar jetzt noch stundenlang darauf herumreiten, wieviel besser ein finanziell hochwertiges Rumpsteak schmeckt oder dass ein Einkauf auf dem Wochenmarkt besonders dann leichter fällt, wenn man dafür genügend Geld in der Tasche hat. Auch der Gedanke an die außerordentliche Frische der meist hochpreisigeren Ware lässt einen das gute Leben loben und das kommt der Liebe definitiv zupass. Es gibt jedoch eine ganze Menge lebensnotwendiger Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann und ein liebevoller Kuss in den Nacken des Partners gehört definitiv dazu. Das Gefühl, sich seiner eigenen Schadhaftigkeit nicht schämen zu müssen, kann einem ebenfalls kein finanzieller Reichtum bescheren, denn dazu sind nur die verliebten Augen eines Gegenübers in der Lage. So hat die Autorin etwa krankheitsbedingt gewisse Einbußen in der Ästhetik ihrer Figur zu verzeichnen und dafür hat sie ihren eigentlich bemerkenswerten Körper viel zu lange abgrundtief verabscheut. Wir sind jedoch der Meinung, dass dies nicht nötig sein sollte und dass es sogar ein reichlich grausames Verhalten darstellt - selbst wenn irgendwelche blondgefärbten Hupfdohlen mit aggressiv-schlüpfriger Omnipräsenz der Welt ein anderes Bild verkaufen wollen. Aber dass deren blankpoliertes Erscheinungsbild im wahren Leben einer ungezügelten Liebesnacht voll hemmungsloser Leidenschaft nicht wirklich standhalten würde, das brauchen wir euch aufgeklärten Menschen sicherlich nicht erst in aller Ausführlichkeit näher zu bringen. Genauso wenig glauben wir, dass man singend und tanzend durch einen brennenden Reifen springen kann, ohne dafür technische Hilfen zu gebrauchen, denn dafür müsste man ein atemloser Roboter sein. Wer allerdings auf so eine berechnende Person hereinfällt, der hat vermutlich kein Empfinden für die Schönheit einer aufrichtigen Geste aus echter Zuneigung. Aber das ist natürlich nur unsere persönlich eingefärbte Meinung und wer lediglich an der Oberfläche kratzen möchte, der muss halt seine Energie an diese instinktlosen Gesichtslarven verschwenden. Wir können mit solch einem künstlichen Glanz jedoch absolut nicht dienen, denn dafür sind wir unserer wilden, ungefilterten Natur viel zu stark verbunden.
Sich nicht länger fühlen zu müssen wie ein einsamer Schwan unter Enten, das wäre ebenfalls einer der großen Träume gewesen, den nur ein anderer Schwan hätte erfüllen können. Denn gemeinsam wäre man doppelt so stark und zu zweit wäre man auch weniger allein. Zu einer Einheit zu verschmelzen wäre allerdings nur dann möglich, wenn der (Traum)-Mann nicht nur liebend gerne gewissen Dingen auf den Grund hätte gehen wollen. Er sollte nämlich auch an den regelmäßigen Gebrauch seines Ohrmuschelpulvers denken. Sonst sähe die in mancherlei Hinsicht skeptische Gabi sich tatsächlich nicht dazu in der Lage, ihrem Peter etwas Liebes ins Ohr zu flüstern und das wäre ein wahrhaftiger, echter und kaum zu verschmerzender Verlust. Zu guter Letzt bleibt uns jetzt nur noch ein bereits reichlich abgedroschenes Zitat zu bemühen, welches jedoch noch lange nichts von seiner absoluten Gültigkeit eingebüßt hat und dann verabschieden wir uns in die Gartenfrische: Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Und je liebevoller man etwas ansieht, desto schöner wird es. Aber wem sagen wir das...