Figaro al Vento, unser Coiffeur de luxe

Liebe Leute! Wenn ihr wüsstet, wie gerne wir euch längst schon mit der gesamten Kernmannschaft unseres edlen Sternengleiters bekannt gemacht hätten, dann wärt ihr bereits besser im Bilde als wir. Denn erstens ist es gar nicht so einfach, den vielfältigen Anforderungen eines reibungslosen Tagesablaufs an Bord gerecht zu werden und gleichzeitig eine Personalschau durchzuführen. Zweitens haben auch wir oft genug keinen Plan vom Stand der Dinge - wir sind also diesbezüglich nicht unbedingt besser dran als ihr. Und drittens erleben wir seit unserem jüngsten Neuzugang einen Anstieg wohlfrisierter Köpfe, wie ihn das gesamte Universum vermutlich noch nicht zu sehen bekam. Von den dadurch ausgehenden Veränderungen der jeweiligen Charaktere ganz zu schweigen, was eine mögliche Vorstellung recht schnell überholt wirken lassen könnte. Wir sind uns jedoch sicher, dass dies mit dem unlängst zur Truppe hinzugestoßenen Frisurenkünstler zusammenhängt, der besonders bei der weiblichen Besatzung unseres Schiffes unfassbar gut anzukommen scheint. Eigentlich steht dies im kompletten Gegensatz zu den Dingen, welche uns sowohl die Physik als auch die ästhetische Optik bisher immer glauben machen wollten. Zunächst muss man jedoch erwähnen, dass dieser überaus schräge Typ von sich behauptet, eine Transmutation zu sein. Er wäre in Wahrheit ein verzauberter Prinz oder so was in der Art, der lange im Körper eines Föhnmeisters leben musste. Er habe daher lange nicht damit aufgehört, sich nach der alles erlösenden Zuneigung zu sehnen. Er behauptet zwar, dass ihm diese auch fast schon zuteil geworden wäre. Alles schien perfekt zu sein: Die heiße Braut, der Kuss, die Verwandlung. Es kam jedoch im letzten Moment zu etwas Unerwartetem und das führte zu einer höchst bedauerlichen Verfremdung des anvisierten Zieles. Es geschah nämlich in just jenem Moment, als die Braut ihm den innigen Schmatzer verabreichen wollte. Eine sich plötzlich öffnende Türe, ein kurzer Schreck und schon wurde statt des Mundes lediglich die Nase getroffen. Und das führte im Ergebnis leider dazu, dass unser seines Faches mehr als mächtiger Figaronello sich bedauerlicherweise nicht in der edlen Gestalt eines Königssohnes wiederfand. Vielmehr muss er seither als ein Nasenprinz der Extraklasse* durchs Leben gehen. Dieser nun stark ausgeprägte Kolben jedoch, von welchem man zurecht behaupten darf, dass er irgendwie sehr an einen Rüssel erinnert, wurde mit der Zeit zu seinem wichtigsten Werkzeug. Denn wer hat schon von Haus aus seinen eigenen Föhn dabei, noch dazu ganz ohne Strom und Kabel? Mittlerweile beherrscht dieser mehrfach ausgezeichnete Meister sogar die hohe Kunst der musikalischen Warmlufterzeugung, so dass die begeisterten Kunden sich gleichzeitig ihre Haare und den Marsch blasen lassen können - so sie denn wollen und das sind nicht wenige. Einig sind sich jedoch alle Kunden auf eine nahezu unheimliche Weise: Die Grußformel zum Abschied des Meisters lautet immer und in jedem Fall "Goodbye Figaro and thanks for the nosejob".

*Da unsere besonders feinfühligen Ohren eure Einwände bereits vernommen haben, bevor ihr diese aussprechen konntet, versichern wir euch Folgendes (und wir müssen es schließlich wissen): Das Gebläse im Gesicht unseres Figaros mag einem zunächst sicherlich als für zu kurz erscheinen, um die sensiblen Arbeiten auf den Köpfen der Kunden angemessen und in ausreichender Distanz zu verrichten. Es handelt sich dabei jedoch um eine höchst erstaunliche und zutiefst organisch funktionierende Besonderheit, die ihr volles Potenzial jeweils erst durch die entsprechenden Handgriffe des Meisters entfaltet. Verlängern durch berühren mit zunehmender Verfestigung des Gewebes - Moment mal, woher kommt uns das bloß so bekannt vor? 🙀 Grundgütiger! Doch nicht vor den Kindern...  😂 🤣