Offene Gedankensammlung
Da meine Ambitionen rein privater Natur sind und ich zudem das Schriftstellern nie gelernt habe, fällt es mir weiterhin schwer, die entsprechende Form für meinen Ausdruck zu finden. Als hochbegabtes Kind aus der Arbeiterklasse bin ich zwar körperliche Belastungen gewöhnt, wie sie wohl nur Menschen des gleichen Schicksals kennen. Aber alles, was mit Bildung zusammenhängt und die Erweiterung von kulturrelevanten Fähigkeiten, musste ich mir selber aneignen. Mit der Zeit kam auf diese Weise ein ziemliches Spektrum zusammen, denn ich bin wie ein Tauchsieder: Überall muss ich mich reinhängen. Aber viele Menschen können es oft zunächst nicht glauben, dass ich nie auf einer entsprechenden Schule war. Und mir fällt es immer noch schwer, mich auch ohne Zertifikat zu behaupten. Man muss allerdings sagen, dass meine Menschenkenntnis vieles wieder ausgleicht. Und Neid kann ich riechen, selbst wenn er tausende von Kilometern entfernt ist. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an Heiko aus der Volkshochschule, auf den ich damals im Gitarrenkurs traf. Dieses schöne Instrument zu erlernen, gelang mir zwar leider bisher nicht. Allerdings habe ich aus Angst vor einer Fehlhaltung das Studium ohnehin längst wieder an den Nagel gehängt. Jener Heiko besuchte mich seinerzeit also zum Zwecke des gemeinschaftlichen Übens, allerdings war dies von seiner Seite aus wohl nur vorgeschoben. Als alleinstehender, älterer Herr hatte er vermutlich ganz andere Ambitionen. Jedenfalls war dieser Mensch von Haus aus unbenetzt, das heißt, er hatte weder Computer noch Internet. Daher staunte er nicht schlecht, als er bei mir auf die Segnungen von YouTube traf. Als jedoch das Gespräch auf den Erwerb meiner technischen Fähigkeiten kam, da flippte dieser komische Vogel völlig aus, als ich diese mit meinem Selbststudium begründete. "Ach hör doch auf! Wenn ich so was schon wieder höre!" Der wollte mir das einfach nicht glauben, weil er es für unmöglich hielt. "Das kann man sich nicht selber beibringen!"
Mittlerweile habe ich mich zwar an den Unglauben der breiten Masse gewöhnt und ich kann sehr gut damit leben. Als ich jedoch erkannte, dass der für mich liebste Mensch der Welt ebenfalls nur eine verlogene Hexe in mir sieht, da brach für mich die Hölle aus. Seit Jahren schreibe ich daher gegen diesen Wahnsinn an, denn ich wollte von ihm genau so gesehen werden, wie ich ihn sehe. Und das ist weiterhin ein reines Himmelfahrtskommando, weshalb ich nun die Segel strich. Das Schreiben werde ich deshalb zwar nicht lassen. Aber ich bin es leid, mich und meine Redlichkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit beweisen zu müssen. Deshalb tue ich das, was nun entsteht, nur noch für mich und mein unglückliches Herz. Denkt halt alle, was ihr wollt, das kümmert mich nicht mehr. Ich werde daher auch keine besondere Form des Ausdrucks mehr bemühen, denn lächerlich machen will ich mich natürlich trotzdem nicht. Das hängt jedoch mehr mit meinem eigenen, inneren Kritiker zusammen und weniger mit den für mich ohnehin unsichtbaren Lesern. Man wird also aktuell auf meiner Seite weder ein Konzept, noch eine entsprechende Struktur vorfinden. Aber ehrlicherweise war das eigentlich schon bei meiner Sternensaga so.
Uncle Kracker - Follow Me
04.08.2026 / 07:33