Wenn der Name Programm ist

Dass der Name, den unsere Eltern uns meist schon vor unserer Geburt auferlegen, häufig einer höheren Bedeutung zu entsprechen scheint, weiß man ja bereits seit den Tagen der Aufklärung. Jeder kennt schließlich solche Leute, die z.B. Regina heißen, was im Lateinischen Königin bedeutet und diese das dann auch in ihrem Verhalten ganz unbedingt so gespiegelt sehen wollen. Und damit sanfte Grüße meine lieben Freunde des gepflegten Grausens und Gruselns. Bevor ich mich jedoch mit Hingabe dem ersten Thema des Tages widmen werde, möchte ich zur Auflockerung zunächst ein wenig Dampf ablassen. Und zwar handelt es sich um ein kleines Ärgernis mein bevorzugtes Schreibprogramm betreffend. Es ist nämlich so, dass ich meine wortreiche Arbeit am liebsten zunächst im simplen Windows-Wordpad verrichte, da dieses mir aufgrund seiner mageren Ausstattung so gut wie keine Ablenkung erlaubt. Es gibt jedoch eine Störung, welche mir nicht nur rätselhaft ist, sondern mich regelmäßig zur Weißglut treibt - um es mal freundlich zu formulieren. Man muss nämlich immer wieder erleben, dass Einschübe oder andere Änderungen am Text zur Folge haben, dass das bereits Verfasste nicht ergänzt, sondern überschrieben wird. Und das nervt extrem. Man hat dann entweder die Möglichkeit, alles bis zur bewussten Stelle auszuschneiden, den neuen Text einzufügen und dann den Zwischenspeicher wieder anzuhängen. Oder man speichert das bisher Verfasste komplett und startet das Tool neu. Das verhält sich dadurch ungefähr so, als wenn ich mir im Winter ein Hörbuch mit Horrorgeschichten reinziehe und daraufhin im Hof in jeder dunklen Ecke einen Vampir vermute. Es saugt mir die Kraft aus und dieses Problem ist nicht unbedingt neu für mich.
Vermutlich kann ich nur deshalb weitestgehend unbeschadet mit solchen Störfaktoren umgehen, da ich eine aufmerksame Schülerin der Lehren des Stoizismus bin. Um zu verstehen, was das bedeutet, nahm ich mir die Freiheit eines Kopiervorgangs und veröffentliche an dieser Stelle die kurze Erklärung eines Reddit-Users namens Reader3123 von vor drei Jahren: Stoizismus ist eine philosophische Schule, die lehrt, dass nur ein Leben nach der Tugend zählt, also die rationale und moralische Exzellenz einer Person. Stoiker glauben, dass alles außerhalb unserer Kontrolle, wie Reichtum, Ruhm, Gesundheit und sogar Leben und Tod, gleichgültig ist und unser Glück nicht beeinflussen sollte. Stoiker schätzen auch Vernunft, Selbstbeherrschung und Harmonie mit Natur und Gesellschaft. Einige berühmte Stoiker sind Marcus Aurelius, Seneca und Epiktet.
Dies ist natürlich nur eine erster, freundlicher Eindruck jener bewunderungswürdigen Geisteshaltung, aber man kann durchaus bereits den Kern dieser Philosophie erkennen. Wer nämlich glaubt, meiner eigenen phänomenalen Selbstbeherrschung läge lediglich die tägliche Gabe dämpfender Medikamente zugrunde, der irrt sich ganz gewaltig. Wer mich kennt, der weiß zwar, wie wichtig mir mit der Zeit mein wunderbares "Egal" geworden ist. An besonders schweren Tagen greife ich sogar zum noch potenteren "Scheißegal", was jeweils eine von allem gelöste "Du-mich-auch"-Haltung zur Folge hat. Und solange mein gestrenger Finanzminister die entsprechende Ressourcen dafür freigeben kann, wird sich daran auch nichts Wesentliches ändern.
Dass ich die Zustände einer durch die Einnahme stimmungsaufhellender Substanzen gelösten Psyche meistens als "heiter bis wolkig" deklariere bedeutet jedoch nicht, dass ich mich von morgens bis abends bekiffen muss. Schwere Stürme ziehen im inneren Gefüge ohnehin nur noch selten bei mir auf und der Gebrauch meines Rauschmittels hat mehr mit seiner schmerzlindernden Wirkung zu tun. Das funktioniert wirklich gut, obwohl es einen anderen Ansatz verfolgt als die herkömmlichen Medikamente. Denn jene unterdrücken den Schmerz, während mein Kiff mich diesen mit einer stillen Heiterkeit ertragen lässt. Ein früherer Bekannter bezeichnete das von uns sehr geschätzte Cannabis daher damals auch gerne als unsere Glückshormone und irgendwie hatte er damit sogar recht. Zu manchen Zeiten ist es zwar auch weiterhin so, dass ich meinem geplagten Körper mit einer Mischung aus Kräutern und Tabletten sein leidvolles Dasein erleichtern muss. Aber auf die ganz schweren Geschütze, wie etwa die Einnahme eines künstlichen Opioids (Tramadol etwa), kann ich derzeit glücklicherweise verzichten.
Was das nun aber alles mit dem eingangs erwähnten Namensetikett zu tun haben soll, weiß ich jetzt selber nicht so genau. Denn eigentlich wollte ich den geneigten Leser endlich mal darüber aufklären, weshalb ich den Pflaumenaugust meiner Schwester immer nur als kleinen Prinzen bezeichne. Das könnte allerdings tatsächlich mit seinem echten Namen zusammenhängen, jedoch muss nicht nur das nun bis zum nächsten Artikel warten. Dort werde ich dann auch verraten, wessen Name der hebräischen Bedeutung des "Gott ist mit uns" entspricht, was meinem Namen sogar ziemlich nahe kommt. Ich grüße zudem jetzt schon einen nicht ganz unbekannten Träger jener wunderbaren Verheißung, da dieser mir wie ein Freund aus der geistigen Welt erscheint. 

❀  Gott zum Gruße, lieber Widder!  ❀

21.08.2026 / 07:27