Gestern war heute noch morgen
Ein neuer Tag, eine neue Überschrift und ein neues "Hallo" an alle lieben Menschen im Land. Mir geht derzeit so viel im Kopf herum, dass mir manchmal ganz schwindelig davon wird. Auch die weltweiten Eskalationen, die Naturkatastrophen und der um sich greifende Wahnsinn machen es nicht besser zur Zeit, aber wem sage ich das! In meiner Heimatstadt Köln heißt es dazu gerne ganz lapidar "Wat wellste maache!" (Kölsches Grundgesetz / Paragraph §7) und ich finde, das ist eigentlich die liebenswerteste Art der Kapitulation. Allerdings führt uns als Gemeinschaft aller Menschen das ebenfalls kölsche Prinzip des "Et hätt noch Immer jot jejange" (Paragraph §3) auch nicht mehr unbedingt weiter, denn ein "Immer mit der Ruhe" können sich viele von uns momentan einfach nicht mehr leisten. Man soll zwar unter allen Umständen einen kühlen Kopf bewahren, da stimme ich bedingungslos zu. Aber es gibt Dinge, die müssen endlich mal angegangen werden, sonst haben wir bald richtig Holland in Not. Wenn man nämlich sieht, wie die herrschende Kaste im Land vor keiner miesen Schweinerei mehr zurückschreckt, um sich an der Macht zu halten, dann kann einem richtig Angst und Bange werden. In diesem Zusammenhang rege ich mich grade innerlich wieder über die Claqueure eines Didi Hallervorden auf, der - wie ich gestern erst wieder erleben musste - gemeinsam mit seinem Sohn Johannes "unsere Demokratie" verteidigt und dafür tausendfachen Zuspruch erhält. Sorry, aber da könnte ich nur noch kotzen.
Ich weiß natürlich auch nicht, ob die AfD das Allheilmittel ist. Aber dass die derzeit Regierenden schon lange nur noch eine Scheiße nach der anderen produzieren, das fällt doch mittlerweile immer mehr Leuten auf - sogar solchen, die überhaupt keine Nachrichten mehr lesen und auch kein Fernsehen mehr schauen. Und das sind gar nicht mal so wenige. Um das jedoch überhaupt zu erfahren, muss man natürlich mal mit diesen Menschen sprechen. Ich tue das und ich freue mich immer über die entsprechende Resonanz. Dass ich mich dafür immer wieder aus meiner Echokammer herausbewegen muss, erscheint mir in diesem Zusammenhang als das Natürlichste der Welt. Aber das ist eigentlich kein Wunder für mich, da ich schon immer ein Wanderer zwischen den Welten war. Als von Kindheit an schwer gemobbte Außenseiterin verstehe ich zudem die Mechanismen der Diffamierung besser als solche Menschen, die sich nur in ihrer Wohlstandsblase bewegen. Und davon scheint es erschreckend viele zu geben . Daher erkenne ich wohl auch besser als manch anderer das miese und durchtriebene Spiel unserer Politiker und ihrer verblendeten Wasserträger.
Da ich schon als Kind von meinen Eltern entsprechend geimpft wurde, weiß ich leider viel zu gut, wie sich eine falsche Meinung verselbstständigen kann. Immerhin habe ich damals ja einerseits gewusst, wie grausam man zu mir war. Die bösen Worte haben sich trotzdem in mir eingenistet und ich glaubte irgendwann selber daran. Kein bisschen liebenswert zu sein erschien mir wie ein vom Schicksal auferlegtes Los. Denn wer immer nur zu hören bekommt, dass alle anderen an einem selbst kein Interesse haben werden (die Menschen wollen deine Liebe nicht) und wie wenig anziehend man doch sei ("Du mit deinem dicken, fetten Mondgesicht - du brauchst nicht zu erwarten, dass dich jemals einer liebt. Du kannst schon froh sein, wenn jemand mit dir ins Bett gehen möchte!") der verliert natürlich irgendwann das Vertrauen in sich selbst. Da ich zudem in der Schule lange Zeit als Trulla betitelt wurde und man mich leider auch als Auto bezeichnete (ich hätte Augen wie Scheinwerfer, hieß es) entwickelte sich mit der Zeit ein schwerer Komplex in mir. Leider kollidierte dieser jedoch immer wieder mit einer völlig überzogenen Erwartungshaltung, die ich der allgemeinüblichen Annahme von der Einfachheit der Dinge zu verdanken habe. Wenn du schön lieb bist und machst, was man dir sagt, dann wirst du mit der Teilhabe belohnt. Und wenn man jemandem nur lange genug seine Liebe schenkt, dann wird dieses Gefühl irgendwann (zwangsläufig) erwidert werden. Was für ein irreführender und schmerzlicher Unfug!
Die Wahrheit ist, ich weiß leider auch nicht wie es funktioniert. Aber man muss es zumindest versuchen. Sonst kann das Böse einfach weiter machen wie bisher und das wäre ganz furchtbar für uns alle. Denn solange solche Leute wie Annalena sich Professor nennen dürfen, wird kein Frieden mehr einkehren können in der Welt. Wollen wir uns damit wirklich abfinden?
01.09.2026 / 09:32