Über Schmerzen spricht man nicht

Eigentlich sollte hier ein anderer Text stehen. Aber nachdem ich diesen so gut wie fertiggestellt hatte, bin ich - wie bereits häufiger in letzter Zeit - kurzentschlossen umgeschwenkt. Möglicherweise liegt es an dem Video über die Pandemie der Dummen, welches ich heute morgen schon vor dem Frühstück hatte, da mich dieses erneut an mein trostloses Elternhaus erinnerte. Die dort vorherrschende geistige Insolvenz verlangte ja seinerzeit stets gerne und dringend von mir, dass ich mir meine Schmerzen doch bitte gefälligst zu verbeißen habe. Es könne schließlich kaum so schlimm sein, wie von mir in weinerlicher Manier behauptet. In diesem Zusammenhang erinnere ich mit tiefstem Grausen an die Aussage dieses von jeder Empathie befreiten Kriminalpsychologen, der sich so seltsam über das Opfer einer Vergewaltigung lächerlich machte: „Sie wird dann später ein anderes Leben führen als sie es ohne diese Vergewaltigung geführt hat, aber dieses Leben muss nicht unbedingt schlechter sein. Es ist einfach nur anders.“ Ich werde daher heute aufgrund starker Schmerzen in der unteren Bauchregion, die an ein Aufgespießt-werden-bei-lebendigem-Leib erinnern, ein wenig kürzer treten und mich einer gepflegten Langeweile hingeben. Grund zur Sorge besteht nämlich eigentlich nicht, da ich diese Beschwerden von jeher kenne und besonders während der elenden Zeit des monatlichen Blutes jeweils durchleben musste (was glücklicherweise schon lange vorbei ist für mich).
Weil derzeit jedoch eine ganz eigene Stimmung das Land beherrscht, möchte ich die aufgeklärten Menschen unter uns mit einem interessanten Netzfundstück erfreuen. Manche Dinge ändern sich ja anscheinend nie und ich hoffe daher auch aktuell auf den lautstarken Protest der Leidtragenden des grassierenden Wahnsinns:

04.09.2026 / 12:34